Augenärzte wollen verhindern, dass ältere Bürger blind werden

Neuigkeit • von Søren Riisøe-Hansen

Warum beugt die Fahnenstange so komisch auf der Mitte, und warum scheint die sonst gerade Laterne plötzlich schief zu sein? Und was ist denn das für ein kleines, schwarzes Punkt mitten drin in meinem Sichtfeld? Fragen Sie sich selbst gerade das, und sind Sie über 60, dann ist es Zeit, zum Augenarzt zu gehen. Denn das sind nämlich die üblichsten Symptome der Augenkrankheit AMD, altersbedingte Makuladegeneration.

Diese Krankheit ist eine der häufigsten Ursachen für Blindheit, aber dennoch gibt es viele, die die Symptomen nicht kennen und somit zu spät zum Arzt gehen. Und viele Patienten finden es schwierig zu erklären, was mit ihrer Sicht nicht in Ordnung ist, wenn sie mit dem Arzt reden.

Gerade auf diese Probleme versuchen die Augenärzte Torben Lykke Sørensen und Anders Jürs, Universitätsklinikum Seeland, eine Lösung zu finden. Das tun sie im Rahmen von NorDigHealth, und ihre Forschung wird in der Forschungsbilanz dieses Jahres genauer beschrieben.

Und die Forschung ist sehr wichtig, da viele Ältere ihre Sicht auf Grund fehlender Kenntnisse zu der Krankheit und den Symptomen.
- Die gute Nachricht ist, dass wir Patienten mit feuchter AMD mit Injektionen behandeln können, die die Krankheit in Ruhe hält, damit man die Sicht bewahren kann. Die schlechte Nachricht ist, dass die Meisten die Krankheit oder die Symptomen gar nicht kennen und deswegen so spät zu uns kommen, dass wir die Krankheit nur bremsen kann, aber nicht den Teil der Sicht retten, den man schon verloren hat, sagt Professor Torben Lykke Sørensen, der die Studie leitet.  

Apps sollen es einfacher machen, die Krankheit zu entdecken

Heute benutzt man ein sogenanntes Amsler-Gitter, um zu entdecken, ob man AMD hat, und ob die Krankheit sich entwickelt. Das Amsler-Gitter ist ein quadratisches Gitter auf Papier. Damit kontrolliert man, ob die Linien gerade zu sein scheinen, aber laut der Augenärzte ist dieser Test nicht sehr präzis, und viele Ältere haben Schwierigkeiten einzuschätzen, ob eine Veränderung ihrer Sicht stattfindet. Zwei Apps sollen das ändern. Sie sollen die Arbeit der Ärzte und das Leben der Patienten erleichtern. Das erklärt Arzt und Doktorand Anders Jürs.
-Viele Patienten haben Schwierigkeiten, ihrem Arzt zu erklären, was mit ihrer Sicht passiert, und wo eine Störung im Auge sich befindet, wenn sie das Amsler-Gitter benutzen. Indem sie Apps nutzen, die Informationen der Sichttests der Patienten einsammeln und diese an uns Ärzte weiterleiten, hoffen wir, uns ein präzises Bild von den Symptomen der Patienten bilden zu können, und sie damit schneller und besser behandeln, sagt Anders Jürs in der Forschungsbilanz.

Das Projekt läuft bis zum Ende 2021, und es ist die Hoffnung, dass die Patienten eine App mit sich nach Hause nehmen können anstatt eines Amsler-Gitters. Im Moment wird untersucht, ob die Apps präzis genug sind, und ob die Ärzte die Ergebnisse nutzen können. Natürlich wird auch die Nutzerfreundlichkeit der Apps untersucht, denn sie müssen von älteren Bürgern mit schlechter Sicht benutzt werden.

 

NorDigHealth wird in der Forschungsbilanz der Region Seeland profiliert – sie kann hier gelesen werden.

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