Die Gesundheitstechnologien erfassen Komplikationen nach einer Notoperation

Neuigkeit • von Nina Matthiesen

Eine akute Darm- oder Darmverschlussoperation stellt eine schwere Belastung für den Körper dar und es besteht ein ernstes Risiko für Komplikationen wie Blutungen, Lungenentzündung oder andere Infektionen - auch nach der Heimkehr aus dem Krankenhaus. Jeder vierte Patient stirbt innerhalb eines Jahres nach einer akuten Operation.

Bei NorDigHealth untersucht Professor und Forschungsleiter Ismail Gögenur, ob es mit Hilfe digitaler Lösungen und Gesundheitstechnologien möglich ist, lebensbedrohliche Komplikationen erkennen zu können. Die Studie umfasst 40 Patienten, die sich einer akuten Magen- oder Darmoperation unterziehen müussten. Ismail Gögenur und der Arzt und Doktorand Johan Clausen arbeiten gemeinsam an der Studie.

„In diesem Projekt verfolgen wir eine Reihe von Patienten in den Wochen nach ihrer Heimkehr aus dem Krankenhaus. Sie bekommen Elektroden auf der Brust, die ihre Herzfrequenz messen. Sie erhalten einen Zuckermonitor an der Bauchdecke und einen Handgelenksmonitor, der unter anderem Schlaf, Aktivität und Tagesrhythmus misst. Gleichzeitig erhält der Patient eine App, in der er fortlaufend Fragen zu seinem Wohlbefinden beantworten muss. Mit anderen Worten, wir erhalten zwei Informationskanäle, die angeben, wie es dem Patienten geht - die elektronische „objektiven“ Überwachung und der „subjektiven“ Selbsteinschätzung des Patienten, wie die Dinge laufen. Mithilfe künstlicher Intelligenz und Daten aus der Überwachung werden wir untersuchen, ob ein Muster identifiziert werden kann, mit dem Patienten aufgefangen werden können, bei denen lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, bevor sie sich manifestieren,“ erklärt Ismail Gögenur dem jährlichen Forschungsbericht der Region Seeland.

Die Forscher erwarten, dass sie in den nächsten zwei bis drei Jahren ein Setup mit einem Warnsystem entwickelt haben. Im Falle von Gefahrenzeichen vom Überwachungssystem und der App kann der Patient kontaktiert oder angerufen werden, bevor es er oder sie wirklich schlecht wird.

 

Die Forscher von NorDigHealth und ihre neuesten Studien werden im jährlichen Forschungsbericht der Region Seeland vorgestellt, der sich in diesem Jahr auf Gesundheitstechnologie konzentriert.

Den vollständigen Forschungsbericht finden Sie hier (in dänisch).

 

Fotos:
Thurid van Steenwijk
Lena Maravelia, Center for Surgical Science

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